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Modelloutput prüfen

Ein Modellvorschlag ist ein Arbeitsmaterial, kein fertiger Text. Wer ihn ungeprüft übernimmt, gibt eine Maschine als Beleg aus. Die redaktionelle Prüfung beginnt daher an dem Punkt, an dem die KI aufhört.

Vom Erstlesen zum Quellenabgleich

Im ersten Schritt liest ein Redakteur, was das Modell geliefert hat. Dabei geht es nicht um Stil, sondern um Gehalt: Welche Behauptung steht da? Auf welche Daten stützt sie sich? Ist die Quelle im Text genannt oder nur impliziert?

Jede Zahl, die nicht belegt ist, wird markiert. Im zweiten Schritt wird gegen die Primärquelle geprüft. Stimmt die Größenordnung? Ist der Beobachtungszeitraum korrekt wiedergegeben? Wurde ein Vorbehalt des Modells unterschlagen?

Streichen statt Schönreden

Was sich nicht belegen lässt, wird gestrichen. Das ist unbequem, weil es eine Aussage oft kleiner macht, als sie zunächst klang. Genau diese Verkleinerung ist jedoch ehrlich. Ein Text, der nur das stehenlässt, was er trägt, ist kürzer und verlässlicher als einer, der viel behauptet und wenig hält.

Wo die Maschine endet

Die Spur der Maschine endet an der Prüfung. Ab hier schreibt, gewichtet und entscheidet ein Mensch. Diese Trennung ist kein Nachteil der KI, sondern ihre richtige Verwendung. Sie liefert Material, der Mensch trägt die Verantwortung für das Ergebnis.

Leserinnen und Leser erkennen geprüfte Texte an einer einfachen Eigenschaft: sie nennen Quellen und Grenzen. Fehlt beides, ist Vorsicht geboten.